Sterne unterm Hammer bei AutoSL

Baby-Benz mit Zähnen: Mercedes-Benz 190E 5.0 V8 von Schulz-Tuning

Sterne unterm Hammer bei AutoSL: Baby-Benz mit Zähnen: Mercedes-Benz 190E 5.0 V8 von Schulz-Tuning
Erstellt am 23. April 2026

In der Rubrik "Sterne unterm Hammer" stellen wir euch regelmäßig besondere Mercedes-Modelle vor, die zum Verkauf stehen. In diesem Fall ist es ein Mercedes-Benz 190 E, der auf den ersten Blick harmlos daherkommt, unter der Haube aber eine ganz andere Geschichte erzählt. Und zwar eine ziemlich wilde.

Denn während Mercedes-Benz den 190er einst brav als Vierzylinder konzipierte, hatten andere ganz andere Ideen. Zum Beispiel Erich Schulz von Schulz Tuning. In den 1980ern – einer Zeit, in der Tuning noch mehr Grenzüberschreitung als Feinschliff war – entstand dort unter der Regie von Erich Schulz eine der kompromisslosesten Interpretationen des Baby-Benz.

Mehr Hubraum, mehr Leistung und mehr Zylinder. Also wanderte kurzerhand ein 5,0-Liter-V8 aus dem Mercedes-Benz 450 SLC in den kompakten W201. Das Ergebnis? Rund 240 PS und ein Drehmoment jenseits der 400 Nm – Werte, die damals locker auch größere Kaliber alt aussehen ließen. Der Sprint auf 100 km/h erfolgt in knapp über sechs Sekunden. Für die späten 80er ein echtes Ausrufezeichen.

Was diesen Umbau aber wirklich ausmacht, ist das Erlebnis. Der sonore V8-Sound, der beim Cruisen tief grollt und beim Gasgeben in ein kerniges Brüllen übergeht, macht unmissverständlich klar: Hier fährt kein gewöhnlicher 190er. Auch optisch bleibt kein Zweifel. Die Front lehnt sich an die großen Coupés der Marke an, dazu gesellen sich klassische AMG-Räder und zahlreiche individuelle Details, die dem Wagen eine eigenständige Präsenz verleihen. Innen geht es ebenso speziell weiter: Ein sportliches Lenkrad trifft auf ein Interieur mit Materialien aus dem Mercedes-Benz SL R129 – eine Mischung, die man so sicher nicht im Serienprospekt findet.

Das konkret angebotene Exemplar wurde Ende der 80er zunächst nach Österreich ausgeliefert und hat später seinen Weg in Sammlerhände gefunden, wo es über Jahre hinweg gehegt und gepflegt wurde. Der Innenraum zeigt sich entsprechend ordentlich, und auch insgesamt wirkt der Wagen wie ein Klassiker, der nicht verheizt, sondern bewusst bewegt wurde.

Solche Schulz-Umbauten sind heute eine echte Rarität. Wie viele davon überhaupt gebaut wurden, lässt sich kaum noch exakt beziffern – fest steht aber: Viele gibt es nicht mehr. Und angesichts heutiger Vorschriften und Kosten wäre ein derartiger Umbau wohl kaum noch realistisch umzusetzen.

Ein echter Wolf im Schafspelz – und ganz sicher einer der extremsten 190 E, die je auf die Straße gekommen sind. Der Preis liegt bei schlappen 150.000 Euro. Hier geht es zum Inserat. 

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